Hamburg 16/ I

16/04/16

Unten auf der Elbchaussee
fährt aufgeregt hupend
ein türkischer Hochzeitsautokorso
vorbei.

Die Seifenkisten, mit denen die
Touristen hier neuerdings ihre
Stadtrundfahrten machen
(als die Segways kamen, dachte ich,
schlimmer gehts nicht. Pustekuchen!)
versuchen panisch, den Weg frei zu machen
und wirken dabei wie ein aufgescheuchter
Bienenschwarm, nur lange nicht so
koordiniert.

Dahinter ziehen dicke Pötte
unbeeindruckt ihrer Wege.
Die Fußgängertouristen dazwischen,
eben noch Selfies mit der Pudelruine machend,
gaffen wie immer interessiert.

Die Frühlingssonne, die sich doch noch
gegen die Wolken durchsetzte,
fügt alles zu einem versöhnlich-
stimmigen Bild,
in das selbst die Hafenstrassendealer und
die Obdachlosen, die in so vielen Ecken kampieren,
hineinpassen.

Und irgendwo weiter oben
hat Pauli mal wieder verloren.

Aus dem Maschinenraum

 

Nachdem ich lange auf das zugegeben wunderbare Fauser-Porträt als Profilbild zurückgegriffen habe, wurde es langsam Zeit, eines zu verwenden, auf dem wirklich ich zu erkennen bin. Zwar ohne den gesegneten Schnauzer Fausers, dafür bei einer meiner häufigsten Tätigkeiten…Man wird halt nicht jünger, muss dafür aber nachts öfter mal raus.

rueckseite

 

Ansonsten: Irgendwie bin ich noch hier. Immerhin. Aber die Maschinen stocken ab und an, es müsste einiges mal wieder geölt und geputzt werden, unzählige Fotos warten darauf, gescannt zu werden, ein neuer Computer müsste her, die Blogroll gehört entstaubt…alles Probleme, um die sich eventuell im nächsten Jahr gekümmert wird. Wer weiss das schon, ich bin schliesslich kein Hellseher und scheine sowieso mehr in der Vergangenheit als in der Zukunft zu leben. Wer will auch schon in so einer Zukunft leben…

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17/07/14

Sechs Tage noch, bis
zum Geburtstag, dreizehn
bis zur Kündigung.
Was falsch ist, weil:
Ich bin ja frei.
So frei.

Schon längst erkannt,
dass die guten Zeiten
lange her sind.
Schon längst.

Vor zehn Jahren
(waren sie auch schon vorbei)
war ich richtig gut,
jedenfalls bin ich
(das ist wohl das Hauptproblem),
jedenfalls werde ich
nicht besser seitdem.

Ein paar Gedichte & Geschichten,
ob nun gut oder nicht,
konnte ich nachweisen,
und es gerade rechtzeitig
in den Klub 27
schaffen.
Das Ticket dazu
hatte ich mir schon oft
besorgt.
Eingelöst bisher noch nie.

Deshalb sitze ich jetzt also
hier,
noch 13 Tage im perfektesten Job der Welt
für mich.
Und darf zusehen,
wie ein Verrückter
(„psychiatrieerfahren“ laut Selbstauskunft)
das Gästebuch vollschreibt,
mit kruden Geschichten über das Gedächtnis
des Wassers.

Und der andere Verrückte
schreibt danach soetwas wie Gedichte,
und wollte schon längst
weg sein, und fragt sich, wie immer,
ob es dafür jetzt nicht zu spät ist.