Hamburg 16/ I

16/04/16

Unten auf der Elbchaussee
fährt aufgeregt hupend
ein türkischer Hochzeitsautokorso
vorbei.

Die Seifenkisten, mit denen die
Touristen hier neuerdings ihre
Stadtrundfahrten machen
(als die Segways kamen, dachte ich,
schlimmer gehts nicht. Pustekuchen!)
versuchen panisch, den Weg frei zu machen
und wirken dabei wie ein aufgescheuchter
Bienenschwarm, nur lange nicht so
koordiniert.

Dahinter ziehen dicke Pötte
unbeeindruckt ihrer Wege.
Die Fußgängertouristen dazwischen,
eben noch Selfies mit der Pudelruine machend,
gaffen wie immer interessiert.

Die Frühlingssonne, die sich doch noch
gegen die Wolken durchsetzte,
fügt alles zu einem versöhnlich-
stimmigen Bild,
in das selbst die Hafenstrassendealer und
die Obdachlosen, die in so vielen Ecken kampieren,
hineinpassen.

Und irgendwo weiter oben
hat Pauli mal wieder verloren.

2 Gedanken zu „Hamburg 16/ I

  1. Ich freu mich über jeden Eintrag hier.

    Gerade habe ich gelernt, dass es gar keine Zukunft gibt. Vergangenheit übrigens auch nicht. Dann bleibt uns nur die Maschinen zu ölen und im Jetzt herumzuschippern.

    1. Das freut mich natürlich sehr!
      Dein Kommentar (sorry, dass ich jetzt erst drauf antworte) klingt so, als ob du Dark geschaut hast…? Jedenfalls ist angesichts dieser Erkenntnis das ganze Neujahrsgeschwurbel zum Glück hinfällig.
      Ich schau dann mal, ob ich irgendwo passendes Öl für die Maschinen finde, bezweifele es aber.

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