Aus dem Maschinenraum (II)

Still stehen die Maschinen, nur ein dumpfes Grollen dringt ab und an aus der Tiefe hervor.

Je rasender sich die Welt da draussen änderte, desto ruhiger und eintöniger wurde es hier.

Selten schaute ich mal vorbei, um durchzufegen und den ein oder anderen Staubfänger ins Regal zu stellen. Noch seltener, eigentlich gar nicht, woanders in der Blogwelt.

Irgendwie liegt das wohl auch an der Pervertierung dessen, was die Blog-Blase früher einmal war (zumindest für mich), durch das, was heute gerne „social media“ genannt wird und das Gegenteil dessen ist. Angefeuert durch Caps-Lock-Gebrülle auf Twitter, selbst von höchster Stelle (ganz ehrlich: wie absurd war das denn bitteschön!), wird im Sekundentakt eine neue Sau durch alle sogenannten „Kanäle“ getrieben. Und da gehören Blogs leider dazu. Die Unschuld ist weg, auf eine gewisse Art und Weise. Aber natürlich war sie eigentlich nie da.

Ich habe den Anschluss verloren, mal wieder. Auf diesen Seiten treiben sich sowieso hauptsächlich nur noch russische Bots rum, sei es drum. Aus Faulheit und Trotz gegen die rasende Veränderung belasse ich hier alles beim Alten. Die Blogroll wird nicht angepasst mit aktualisierten Links. Dieses Relikt aus alten Blog-Zeiten, was eh wohl kaum jemand noch hat, bleibt zusammen mit all den anderen toten Links eine Art Gedenkstele – und ein Archiv. Das Netz vergisst nämlich viel zu viel, und ich auch.

Wer mag, kann natürlich weiterhin hier verweilen, die Regale sind ganz gut gefüllt und manchmal wird auch ein neu beschriebenes Blatt abgelegt.

2 Replies to “Aus dem Maschinenraum (II)”

  1. Ich bin immer noch da. Bin damals besoffen und bekokst die Danziger hochgelaufen und habe den hiesigen Kommentarbereich mit Sentimentalitäten zugespammt. Wann war das? 2015? 14? Weiß ich nicht mehr. Blogs sind tot, das stimmt. Auch die Hälfte dieser Blogroll hier rechts besteht aus Leichen. Grüße. Ich hoffe, es geht gut.

    1. 2014 war’s, im Oktober, und es war groß, hab grad nochmal nachgeschaut. Dass du hier noch rumlungerst hab ich vermutet, kannst du dein Kevin-Präfix noch so viel ändern. Für dich halt ich gern ein Whiskeyglas und zur Not auch ’nen Spiegel bereit.

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