Sprachlos, irgendwie…

Mir fehlen gerade die Worte. Sie sind da, sie gehen durch meinen Kopf, ständig, aber sie wollen zur Zeit einfach nicht raus. Das ist nicht unüblich bei mir, zumal in dieser Jahreszeit: writers block plus Winterdepression, was davon jetzt was verursacht, ist so verworren wie diese ganze wirre Welt. But nevermind. Apropos:Kurt Cobain Mug Shot

(via alter boy ignored prayer)

Die Gedanken zu den Worten sind da, zuhauf: Wenn ich erst mal anfangen würde, über Journalisten, über „Journalisten“ und dieses ganze absurde Theater zu fabulieren, was sich da draussen abspielt, so leicht fände ich kein Ende. Später vielleicht. Dieses Jahr noch, bestimmt, der eine Text. Obwohl ich schon wieder zweifle, auf zwei Dritteln der Strecke: Zu persönlich? Will ich das, will ich damit an die Öffentlichkeit, wenn auch an die kleine hier?

Einstweilen nur das hier, zur Verdeutlichung, wie es einem die Sprache verschlagen kann: Bayern – sprich die CSU – wird nun doch keine historisch-kritische „Mein Kampf“-Ausgabe erarbeiten: Das Buch sei volksverhetzend. Wenn Verlage das Buch in Zukunft veröffentlichen wollten, werde die Staatsregierung Strafanzeige stellen.

Nun, Hauptsache sie haben die Maut für Ausländer durchgesetzt. Mehr will der CSU-Wähler nicht, schon gar nicht mit diesem österreichisch-böhmischen Gefreiten behelligt werden. Verbieten, ganz einfach verbieten und Strafanzeige stellen.

2 Gedanken zu „Sprachlos, irgendwie…

  1. Ja, ne!? Ich habe ähnliches gedacht, als ich diese Meldung las. Mal abgesehen davon, dass dieses scheiß Buch als unlesbar gilt, warum soll es verboten werden? Damit es interessant wird? Oder weil man den nationalen Wahnsinn und seine Wahnsinnigen in der Geschichte vergessen machen will? Und sogar die von Wissenschaftlern kommentierte Ausgabe soll nicht gedruckt werden dürfen.

    Und auch hier wieder meine blöde Frage: Warum? Weil man den Nationalismus in Zukunft wieder brauchen wollen wird und der Wahnsinn auch weiterhin als Option gilt?

    Ich finde es bedenklich, wenn die Propaganda nicht nur tagesaktuell zu spüren ist, sondern auch die Geschichte befällt – wobei die Geschichtsschreibung seit ihrer Entstehung wohl nur höchst selten objektiv gewesen sein dürfte.

    Wie dem auch sei. Kauft euch Kämme, liebe Leute. Wir bekommen lausige Zeiten.

  2. Sehr schön, vor allem der letzte Satz passt, heute wie vor hundert Jahren. Ich kann nur die Hörbuch-Fassung von Serdar Somuncu empfehlen – und eben: Bücher verbieten, egal was drin steht, ist nie eine gute Idee, meiner Meinung nach. Da halte ich es ganz mit dem (fälschlich Voltaire zugeschriebenen) Zitat „Ich verachte ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen „.
    Die Frage nach dem Warum? – keine Ahnung. Es könnte auch ein missglückter antifaschistischer Postionierungsversuch der Christsozialen sein, so albern das klingt. Oder eben Vermeidungsstrategie, nach dem Motto „Über sowas reden wir hier nicht“ – jede Gesellschaft braucht ihre Tabus. Dazu passt dann ja auch ganz gut, dass der neue beste Kumpel vom Seehofer Horst, der ehemalige SPD-Popbeauftragte, auf dem Jusokongress unter großem ungläubigen Gelächter behauptete, er kenne keine Rassisten in der CDU (Er kann ja auch vor der eigenen Türe fegen, Sarrazin ist ja auch immer noch SPD-Mitglied, oder täusche ich mich da?).
    Wie auch immer – Kämme kaufen, auf jedsten, wie man hier sagt. Achso, und eine kleine Korrektur noch: streich das „höchst selten“, kann man ruhig durch ein „nie“ ersetzen 🙂

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